Oldenburger reisen zur Target-Sprint-DM nach München

Im Jahre 2013 fand letztmals eine Europameisterschaft im Sommerbiathlon statt. Danach strich die Internationale Biathlon Union (IBU) diese Variante des populären Biathlons aus ihrem Programm. Was Anfangs wie ein Rückschlag für den Sommerbiathlon aussah könnte sich nun sogar als große Chance erweisen sich vom Winterbiathlon zu emanzipieren.

 

Grund hierfür ist eine relativ neue Variante des Sommerbiathlons: der Target Sprint. Wie der Name bereits erahnen lässt sind hier die Laufstrecken deutlich kürzer als bisher. Drei Stadionrunden von je 400 m werden durch zwei Schießeinlagen unterbrochen. Da bleibt nicht viel Platz zum Taktieren, hier muss Vollgas gegeben werden. Was das Schießen nicht gerade erleichtert. Im Gegenteil. Deutlich höhere Pulsfrequenzen stellen die Athleten am Schießstand  vor zusätzliche Herausforderungen. Hinzu kommt, dass es beim Target Sprint keine Strafrunden oder –zeiten gibt.

 

Um dem Schießen etwas mehr Gewicht zu geben müssen hier alle fünf Scheiben getroffen werden bevor man weiterlaufen darf. Auch muss jeder Schuss einzeln geladen werden, was dazu führt, dass der Schütze nach jedem abgegebenen Schuss wieder aus dem Anschlag gehen muss. Federführend ist hier auch nicht mehr die IBU sondern der Internationale Schützenbund (ISSF), was auch Sinn macht da viele der Sommerbiathleten Vereinen angehören die dem Deutschen Schützenbund angeschlossen sind.

 

Seit 2013 ist er nun im Rahmenprogramm Teil des Sportschießen-Weltcup in München, wo auch am kommenden Wochenende die Deutschen Meisterschaften stattfinden werden. Mit dabei auch die drei Oldenburger Sommerbiathleten Sylvia Hoppe, David Bent und Söhnke Jabusch. Die ebenfalls qualifizierte Clara Eckert musste verletzungsbedingt absagen.

 

Oldenburgs Trainer Heiko Jabusch ist überzeugt davon dass der Target Sprint die Zukunft des Sommerbiathlons ist. „Der Target Sprint ist spektakulärer und zuschauerfreundlicher als das herkömmliche Sommerbiathlon. Theoretisch könnte er sogar in einem normalen Leichtathletikstadion stattfinden“. Dem kann Sylvia Hoppe, die beim Weltcup in München im vergangenen Mai erstmals an einem Target Sprint teilgenommen hat, nur zustimmen. „Vor so vielen Zuschauern habe ich noch nie einen Wettkampf bestritten, das motiviert noch mal zusätzlich. Für die Zuschauer ist es interessanter da sie uns nicht nur am Schießstand sehen, sondern auch die Positionskämpfe beim Laufen mitverfolgen können.“ Die Chancen stehen nicht schlecht das Target Sprint bereits bei der nächsten Junioren Olympiade Teil des Programms ist.

 

Einen letzten Test absolvierte am vergangenen Wochenende Söhnke Jabusch beim Gifhorn Cup wo es für ihn nicht besonders gut lief. „Seine Schießfehler waren unerklärlich. Nach der ersten Runde lag er noch vorne aber nach der Schießleistung brach der Kampfgeist beim Laufen weg“, erzählt sein Trainer und Vater Heiko Jabusch. Am Ende wurde er Vierter mit sechs Schießfehlern. Zufriedener war Jabusch da schon mit der eigenen Leistung (Platz 4) sowie der von Tochter Emma (5.) und Anna Timm (3.), die erst ihren zweiten Wettkampf bestritt.