Nicola Scholl - Handball ist meine Leidenschaft

„Wenn jemand feiern darf vor einem Handballspiel, dann ist das Nico, denn dann hat sie gute Laune. Und wenn Nico gute Laune hat dann spielt sie besonders gut Handball.“ Diese Aussage von VfL-Trainerlegende Robert Schumann können Weggefährten von Nicola Scholl ohne weiteres unterschreiben. „Für Nico haben sich Spaß und sportlicher Ehrgeiz nie gegenseitig ausgeschlossen“, weiß ihr Vater Klaus Scholl zu berichten. Achtzehn Jahre lang trug sie das Trikot des VfL, bevor sie im Jahre 2004 aufgrund ihres BWL-Studiums in Münster zum SC Greven in die 2.Liga wechselte. 2008 machte die 20fache Jugendnationalspielerin ein Jahr Pause vom Handballspielen u.a. weil sie im Rahmen eines Marketing-Praktikums nach Südafrika ging. Nach zwei Jahren beim BVB ging sie 2012 erneut nach Südafrika. Hier begleitete sie die Männer der Western Cape Province als Teammanagerin zum Gewinn der Silbermedaille. 2013 wurde sie dann auch wieder als Spielerin aktiv und belegte mit dem Western Cape Frauenteam den dritten Platz bei den Nationalen Meisterschaften. Das war aber nicht ihre Hauptmotivation um zurück nach Südafrika zu gehen. Handball führt in Südafrika ein Schattendasein wie kaum eine Randsportart in Deutschland. Handball gehört weder im Vereins-, Schul- oder Universitätssport zu den etablierten Sportarten. Auch gibt es derzeit noch keine Trainerausbildung. Dies zu ändern hat sich Nicola Scholl mit ihrer gemeinnützigen Organisation PLAY HANDBALL ZA auf die Fahnen geschrieben. „Um die aktuelle Lücke in der Trainerausbildung zu schließen suchen wir qualifizierte und engagierte Handballtrainer, -spieler und Sportstudenten, die ihr Wissen und Können weitergeben möchten und für einige Monate als Sportvolontäre nach Südafrika kommen.“ Mit einem Touristenvisum kam sie im Juni 2012 zurück nach Kapstadt und machte sich gleich an die Arbeit. In Zusammenarbeit mit SCORE, dem Südafrikanischen Handballverband (SAHF) und dem Handballverband der Provinz Western Cape (WCHA) begleitete sie in der Folge Handball-Volontäre, organisierte ein Jugendhandballturnier und veranstaltete zwei Trainer-Workshops für Schulen und Gemeinden. Bei der Universität von Kapstadt konnte sie erreichen, dass im Februar 2014 Handball in der Einführungswoche vorgestellt wird. Seit Januar ist die engagierte 32jährige Mitglied der Arbeitsgruppe zur Förderung von Frauenhandball in Afrika, unter der Regie des Afrikanischen Handballverband. Mit PLAY HANDBALL ZA konnte sie im Oktober nun ihre eigene gemeinnützige Organisation in Südafrika registrieren lassen. Ziel dieser Organisation ist es ein vielfältiges, geschlechterübergreifendes und spannendes Sportumfeld für die Jugend in Südafrika zu fördern. Der Hauptfokus liegt hier beim Handball für Mädchen. Gerade in benachteiligten und ländlichen Gemeinden ist das Sportangebot sehr überschaubar, speziell für Mädchen. „Wir stärken Mädchen und bieten mit Handball ein Instrument, das ihnen dabei hilft persönlich zu wachsen und ihr Leben und das ihrer Gemeinde eigenständig zu gestalten“, beschreibt Scholl ihre Vision. „Handball ist meine Leidenschaft. Ich bin Handballerin durch und durch. Handball verbindet Eigenschaften wie Passen, Laufen, Flexibilität, Körperkontakt und Taktik miteinander, genau wie die beliebtesten nationalen Sportarten Rugby, Fußball und Netball. Daher habe ich schon während meines ersten Aufenthalts Potential für Handball gesehen. Zudem ist Handball mit wenig Aufwand leicht und kostengünstig umzusetzen, so dass auch in den benachteiligten Gegenden dieser Sport gut erschwinglich ist“, ist sie sich sicher das Handball eine Zukunft in Südafrika hat. Für 2014 plant sie die Ausrichtung von Street-Handball-Events. Mit Street-Handball sehe ich das Potential den Sport in der Breite und im Alltag zu etablieren. Wer sich mit der Oldenburgerin, die seit ihrem fünften Lebensjahr Mitglied beim VfL Oldenburg ist, unterhält merkt schnell, dass dies nicht nur leere Worte sind. Es ist kaum zu übersehen mit welcher Freude und Dynamik sie bei der Sache ist, genauso wie sie früher Handball gespielt hat. Das steckt an. „Es ist wirklich verwunderlich mit wie wenig Mitteln sie dies alles bisher geschafft hat.  Aber Nico hat noch nie halbe Sachen gemacht. Was sie macht, macht sie richtig“,  zollt Klaus Scholl seiner jüngsten von zwei Töchtern höchste Anerkennung. Wer Nicola Scholl und ihre Organisation PLAY HANDBALL ZA unterstützen möchte, sei es als Sportvolontär oder durch Sach- und Geldspenden findet nähere Informationen auf 
www.play-handball.org .