Nichts zu holen für VfL II in Travemünde

Zweite verspielt gute Ausgangsposition im Kampf um Platz Drei

 

Das hatte sich die junge Truppe von VfL-Trainerin Alex Hansel sicherlich anders vorgestellt als sie sich am Freitagnachmittag auf den Weg nach Travemünde gemacht hat. Überraschend deutlich verlor die „Zweite“ mit 21:27 ihr letztes Auswärtsspiel der Saison gegen die „Raubmöwen“ aus Travemünde und verspielte damit die gute Ausgangsposition im Kampf um Platz Drei. Schon die Anreise lief an diesem Tag anders als geplant. Ein acht Kilometer langer Stau bei Bremen sorgte dafür, dass das Team erst eine Stunde vor Anpfiff in der Halle ankam. „Im Laufe der Jahre hat sich bei uns ein gewisses Ritual eingespielt wie wir die Zeit vor einem Spiel gestalten. Dazu gehört, dass wir anderthalb Stunden vor dem Spiel ankommen und erst einmal gemeinsam Spazierengehen. Das war diesmal nicht möglich. Auch die Besprechung vor dem Spiel fiel recht knapp aus, da in der Kabine gefühlte 30 Grad waren. So sieht keine ordentliche Vorbereitung bei uns aus“, will die Trainerin dies allerdings nicht zur Entschuldigung für die Leistung ihrer Schützlinge gelten lassen. „In der Abwehr und im Torwartspiel lief bei uns diesmal nicht so viel zusammen und da wird es für uns in dieser Saison sehr schwer ein Spiel zu gewinnen. Außerdem hat Travemünde ein sehr gutes Spiel abgeliefert“, lobt sie die Leistung des Gegners.

 

Vom Anpfiff an kamen die Gäste nicht ins Spiel und fanden ihren Rhythmus nicht, so dass sie folgerichtig schnell in Rückstand gerieten. Da auch im Angriff nicht so viel zusammenlief lag bereits nach zwei Minuten mit 0:3 hinten. Nach knapp dreieinhalb Minuten war es dann Oldenburgs Beste an diesem Tag, Inga Frenzel, die per Siebenmeter zum 1:3 den ersten VfL-Treffer an diesem Tag erzielen konnte. Aber auch in den folgenden Minuten kamen die Gäste nicht viel besser ins Spiel. Erst ein Time-Out beim Stande von 4:7 in der 12. Minute schien Besserung zu versprechen. Innerhalb von sechs Minuten machte man aus dem Rückstand eine 8:7 Führung. Den achten VfL-Treffer erzielte Neele Buschmann, die auf keinen Fall ihre Handballkarriere ohne ein weiteres Spiel beenden wollte. „Das was Neele im Training und auch heute geleistet hat nötigt mir allerhöchsten Respekt ab. Man hat gesehen, dass sie sich gequält hat und Schmerzen hatte. Wenn sie nicht nach dieser Saison aufhören würde hätte ich sie nicht spielen lassen, aber das wollte ich ihr nicht nehmen“, zeigte sie sich stark beeindruckt von der Willensleistung ihrer Rückraumspielerin. Aber die Aufholjagd hatte Kraft gekostet, so dass man wenig später wieder mit 9:12 hinten lag. Mit 12:11 für Travemünde ging es in die Pause.

 

Bereits nach fünf Minuten in der zweiten Halbzeit hatten die Gastgeberinnen den Vorsprung auf 17:13 ausgebaut. Näher als drei Toren sollte der VfL in der Folge auch nicht mehr herankommen. Durch einen Doppelschlag von Cara Hartstocks kleiner Schwester Sophie konnten die Raubmöwen sechs Minuten vor Schluss den Vorsprung sogar auf 25:17 ausbauen, so dass sogar eine Niederlage im zweistelligen Bereich möglich wurde. Aber mit drei Treffern in zweieinhalb Minuten sorgte Griet Prante dafür, dass die Niederlage mit 21:27 im erträglichen Rahmen blieb. „Heute sind einfach zu viele Spielerinnen nicht an ihr Leistungsvermögen herangekommen. Das konnten wir dann nicht mehr kompensieren. Travemünde hat gut gespielt und absolut verdient gewonnen“, so die Trainerin nach dem Spiel.

 

Am nächsten Sonntag (24.04.) erwartet die „Zweite“ zu ungewöhnlicher Zeit um 15 Uhr den frischgebackenen Meister die HSG Hannover-Badenstedt in der Sporthalle Wechloy. Hier werden dann nicht nur die Hannoveranerinnen in die 2. Bundesliga verabschiedet, sondern es heißt auch Abschied nehmen von Ilka Zwick, Joseffa Baumann und Neele Buschmann. Hierzu hofft das Team und ihre Trainerin noch einmal auf eine volle Sporthalle Wechloy.

 

 

TSV Travemünde

Belgardt, Patalas – Schoeneberg 4, Fischer 1, Gläfke, Nicolai 6, Hartstock 2, Karau, Kieckbusch 6, Dalinger 4, Jochims 1, Neu 3/3

 

Siebenmeter                4/3

Gelbe Karte                3

2 Minuten                   1

 

 

VfL Oldenburg II

Kohorst, Rump – Roller, Prante 4/1, Zwick 1, Rußler 2, Thomas, Buschmann 4, Frenzel 3/1, Kerber 1, Baumann, Schilling, Balthazar, Behrendt 6

 

Siebenmeter                3/2

Gelbe Karte                2 + 1

2 Minuten                   3