Angie Geschke eröffnet Torreigen bei WM

Foto: Hermann Jack
Foto: Hermann Jack

Mehr als 4300 Tore sind bei der Handball WM der Frauen in Deutschland gefallen. Kaum eine Spielerin wird heute noch sagen können das wievielte Tor der WM ihr erstes in diesem Turnier war. Anders Oldenburgs Top-Torjägerin Angie Geschke. Nur etwas mehr als eine Minute war bei dieser WM gespielt als erstmals ein Ball im Tor landete und Absender dieses Wurfs war niemand anderes als die 32jährige Oldenburgerin. Dreizehn weitere Treffer sollten in diesem Turnier noch folgen. „Mir war das zunächst gar nicht so bewusst, aber mittlerweile macht mich das schon ein wenig stolz das erste Tor bei unserer Heim-WM erzielt zu haben. Es prasselt da so vieles auf einen ein. Es gab so viele besondere aber auch bittere Momente. Die gilt es erstmal zu verarbeiten. Um sie dann auch wirklich wahrnehmen zu können. Eines meiner schönsten Erlebnisse war natürlich zu sehen, dass sich so viele Menschen auch für den Frauenhandball begeistern können. Obwohl wir es nicht geschafft haben unseren besten Handball zu zeigen. Ansonsten natürlich jeder einzelne Sieg oder auch der Einmarsch in Magdeburg beim 1/8 Finale“, blickt Geschke auf intensive und schöne viereinhalb Wochen zurück.

 

Direkt nach dem Heimspiel gegen Buxtehude war sie gemeinsam mit den Nationalspielerinnen des BSV zu einem dreiwöchigen Nationalmannschaftslehrgang gereist. „Wir durften nach dem Athletiklehrgang in Leverkusen sowie dem Taktischen Teil und dem letzten Test in Dresden für jeweils einen Tag nach Hause. Ansonsten waren wir die gesamte Zeit zusammen“, erzählt sie. Am 1. Dezember wurde es dann in Leipzig für das deutsche Team gegen Kamerun ernst. „An den Spieltagen war unser Tag von morgens bis abends durchgeplant. Natürlich variierte das nach Spielzeit. Nach dem Frühstück das Abschlusstraining und die Videobesprechung. Danach Mittagessen. Dann nochmal so 2-2,5 Zeit zum durchschnaufen und fertigmachen. `nen kleinen Snack und Kaffee, ab zur letzten Besprechung und Abfahrt zum Spiel. Nach dem Spiel hatten wir eine Abfahrtszeit, die wir nie schafften einzuhalten“, grinst sie. Abendessen und Schlafengehen rundeten den Spieltag ab.

 

„Es war ein schönes Gefühl vor heimischen Publikum zu spielen. Bis zu dem Spiel gegen die Niederlande hatte man auch das Gefühl mit dem Publikum im Rücken könne man vieles schaffen. Jedoch muss ich auch persönlich sagen, dass ich die Halle in Leipzig für Handballspiele etwas unglücklich finde. Die gute Stimmung die das Publikum gemacht hat ist leider irgendwo mit in der Weite verschwunden. Da gibt es doch vorteilhaftere Hallen in Deutschland, die die tolle Atmosphäre durch ihren Aufbau fördern“, zieht die nun 96fache Nationalspielerin trotz des nicht ganz so erfreulichen sportlichen Abschneidens ein durchaus positives Resümee.